In diesem Jahr beginnt der Sommer früh. Der Frühling ist kurz ausgefallen und wir haben bereits im Oktober mehrfach die 30-Grad-Marke geknackt. Blumen, die im letzten Jahr im November noch in voller Blüte standen, sind in diesem Jahr schon Anfang des Monats weitgehend verblüht. Der Pool hat schon seit Wochen eine Wassertemperatur von über 25 Grad und diese wird zum Monatsende die 30 Grad überschreiten.
Seit Wochen hat es nicht mehr richtig geregnet und die zunehmende Trockenheit macht sich mehr und mehr bemerkbar. Immer wieder brennt es irgendwo und weil wir es nicht schaffen, im Garten jede Ecke mit der Bewässerungsanlage zu erreichen, geben die ersten kleineren Pflanzen bereits auf. Bleibt zu hoffen, dass das Wasser nicht im Laufe des Sommers knapp wird.
Der PPA One Tonner ist ein Radsport-Event, das in Paarl stattfindet. Es werden drei Distanzen angeboten: 37 km, 103 km und 178 km. Frank entscheidet sich für die mittlere Distanz mit mehr als 1050 Höhenmetern als sein erstes Radrennen in Südafrika.



In der zweiten November-Woche freuen wir uns erneut über Besuch. Unsere liebe "alte" (wir kennen uns seit fast 40 Jahren) Freundin Uschi kommt uns besuchen.
In den ersten Tagen sind wir rund um Kapstadt, Somerset West und Stellenbosch unterwegs: Weingüter (auch solche, die wir selbst noch nicht kennen), Helderberg, Strand, Waterfront inklusive Ausflug nach Robben Island, Sonnenuntergang auf dem Signal Hill (mit etwas Verkehrschaos auf dem Rückweg) und Kaphalbinsel mit Pinguinen und Straußen.




















Und auch etwas Kultur ist dabei: Dylan Lewis Sculpture Garden und Theater.
Spontan hatten wir im Vorfeld Karten für eine Tanzvorstellung im kleinen Theater von Somerset West besorgt, in dem wir bisher noch nicht waren. Die Veranstaltung entpuppt sich als eine bunte Aufführung einer hiesigen Tanz- und Ballettschule. Nicht ganz das, was wir erwartet haben, aber dennoch unterhaltsam, weil die ganz überwiegende Anzahl der Tänzerinnen und Tänzer Kinder und Jugendliche sind, die mit viel Engagement und Freude bei der Sache sind. Das Publikum besteht vermutlich zu nahezu 100% aus Familie und Freunden … 😊, aber wir haben trotzdem auch unseren Spaß.
In Kapstadt sind wir im Artscape Theater und sehen dort eine wirklich beeindruckende Akrobatik-Show.
Bevor wir uns am Samstag gemeinsam auf den Weg zur Garden Route machen, läuft Frank in Stellenbosch am frühen Morgen noch einen Halbmarathon beim „Hoka Run“ mit, den er in seiner Altersklasse auch gewinnt.
Danach beginnt unsere Reise mit zwei Tagen in Hermanus. Die Unterkunft direkt am Meer, die wir dort gewählt haben, erzeugt bei Frank und mir eine Mischung aus Kopfschütteln und Grinsen. Ohne uns beim Buchen darüber im Klaren gewesen zu sein, haben wir eine Wohnung in einem Haus gewählt, in dem wir schon einmal waren. Es ist das Haus, in das wir wegen Strom- und Wasserausfall kurzfristig für einen Abend ausgewichen sind, als wir mit unseren Freunden in 2023 in Hermanus waren … 😊
Uschi will Wale sehen, aber daraus wird leider nichts. Die Whale Watching Tour wird aufgrund widriger Wetterbedingungen (zu viel Wind …) abgesagt. Stattdessen bummeln wir dann noch etwas durch den Ort und machen eine schöne Strandwanderung im Walker Bay Nature Reserve. Dabei suchen wir – leider erfolglos – das Meer immer wieder ab, ob wir nicht doch noch einen Wal entdecken.






Wir fahren weiter über Swellendamm, Mossel Bay und George nach Wilderness.
Unsere Unterkunft dort für die nächsten zwei Nächte – ebenfalls in unmittelbarer Strandnähe – ist mehr eine Villa als ein Ferienhaus. Die Frau, die sich um das Haus und die Gäste kümmert, wohnt in einem kleinen Häuschen direkt auf dem Grundstück.
Der breite gut acht Kilometer lange Sandstrand begeistert insbesondere Uschi und Beate und beide genießen die Strandspaziergänge. Wir sehen die „Map of Africa“ und machen eine kleine Wanderung zu den „Big Trees“ (jahrhunderte alte Yellowwood-Bäume).













Weiter geht es Richtung Plettenberg Bay mit einem Abstecher nach Knysna inklusive einer Bootstour in der Lagune mit einem Boot nur für uns und einem netten und sehr gesprächigen Skipper.
Er muss so Mitte Zwanzig sein, kommt aus einer Region nahe den Drakensbergen und lebt jetzt in einem Township bei Knysna. Eine Schwester von ihm wohnt in einem Township in Kapstadt. Er besucht sie ab und zu, kann sich aber nicht vorstellen, dort zu leben. Zu viel Kriminalität, zu gefährlich … Nach seinem Abitur konnte er einen Job im Hotel „St. James of Knysna“ im Service ergattern. Parallel hat er eine Ausbildung zum Skipper gemacht. Jetzt arbeitet er morgens bis in den späten Vormittag im Hotel und dann den Rest des Tages als Skipper auf der Knysna-Lagune. Auf meine Frage, ob er selbst bereits Familie habe, berichtet er von einem bereits 9 Jahre alten (!) Sohn und einer jetzt wenige Monate alten Tochter. Verheiratet sei er noch nicht, weil er den Brautpreis noch nicht zusammengespart habe: Für eine Frau wie die Mutter seiner Tochter (die mit ihrem Kind in der Drakensberg-Region lebt) müsse er 7 Kühe (70.000 Rand = 3.500 Euro) aufbringen. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob dieser Teil der Geschichte tatsächlich stimmt oder Seemannsgarn ist … 😉
Plettenberg Bay ist ein schöner und geschäftiger Urlaubsort, ebenfalls mit einem tollen großen Sandstrand. Hier wohnen wir etwas außerhalb und ein paar Kilometer von der Küste entfernt in einem Ferien-Cottage auf einer Farm. Ganz anders als die beiden Nächte zuvor, aber ebenfalls sehr schön und entspannt.
Im Robberg Nature Reserve machen wir eine wunderschöne Küstenwanderung. Die Kletterei in teilweise steilem Gelände ist eine kleine Herausforderung für Uschi, wird aber mit tollen Ausblicken auf das Meer und eine Robben-Kolonie sowie Sonnenuntergang belohnt.
Im „Birds of Eden“ sehen wir eine Menge Vögel und kommen diesen teilweise auch sehr nah. Im Natures Valley wandern wir die Küste entlang mit etwas Felsenkletterei und gelangen zu einer tollen und recht einsamen Badebucht. Den Rückweg machen wir über einen größeren Dünenhügel, weil wir den Weg am Wasser entlang aufgrund der steigenden Flut nicht mehr trockenen Fußes schaffen würden.
Die Suche nach einer schönen Unterkunft in Stormsrevier, direkt beim Tsitsikamma National Park war von Anfang an schwierig und wir haben uns schließlich für die Andelomi Forest Lodge entschieden. Der Ort ist verschlafen und der Eindruck irgendwann in den 60er Jahren stehen geblieben zu sein, wird scheinbar gepflegt. Unsere Zimmer sind eher spartanisch und unsere Gastgeberin hat einen ganz speziellen Charme, genauso wie das Restaurant in der Lodge. Das Essen ist aber lecker.
Am nächsten Morgen fahren wir dann bei leicht nebeligem und windigem Wetter zur hiesigen Sehenswürdigkeit, der „Suspension Bridge“ am „Storms River Mouth“. Dann kommt die Sonne wieder zum Vorschein und Uschi nimmt trotz Höhenangst all ihren Mut zusammen und geht mit uns auch über diese Hängebrücke.






Über die Küstenorte St. Francis Bay und Jefferys Bay machen wir uns auf den Weg nach Port Elizabeth, das mittlerweile den für uns unaussprechlichen (weil wir keine Klicklaute hinbekommen) Namen Gqeberha trägt. Port Elizabeth ist nicht besonders schön, aber der Stadtteil Summerstrand, wo wir für eine Nacht in dem sehr schönen B&B „Carslogie House“ wohnen macht einen recht netten Eindruck.
Vom „Shark Rock Pier“ aus sehen wir einige Delfin-Gruppen im Meer.
Bevor es am nächsten Tag zu den Elefanten geht, genießen wir einen ausgesprochen schönen und leckeren Abend im „Ginger The Restaurant“.









Die nächsten drei Tage verbringen wir im „Addo Elephant National Park“. Wir wohnen im Main Camp in komfortabel ausgestatteten Zelten. Es gibt einen gut sortierten Shop und ein Restaurant. Tagsüber sind wir ausgiebig im Park unterwegs und sehen trotz des recht dichten Buschwerks viele, viele Elefanten an den Wasserlöchern, entlang unserer Wege und manchmal auch direkt vor und neben uns auf der Straße. Auch das Camp hat ein Wasserloch, wo man auch noch abends Elefanten und Büffel beobachten kann. Viele tolle Tiererlebnisse …
Löwen und Leoparden soll es hier auch vereinzelt geben, aber leider zeigen sie sich uns nicht. Giraffen und Impalas findet man gar nicht, die vermissen wir ein wenig …
Die letzten Tage zurück am Kap lassen wir es etwas gemütlicher angehen, relaxen, bummeln noch über die Farm „Babylonstoren“, machen einen letzten Spaziergang am Helderberg und besuchen Lizette, die gerade ihre 2. Hüft-OP hinter sich hat, und Louis.
Und dann ist sie auch schon wieder vorbei, die schöne Zeit mit Uschi. Tschüss … Wir sehen uns wieder im April in Bochum zu Hochzeit unseres Patenkindes Christian mit Caro … 😊














Frank und ich beschließen den Monat noch einmal mit Handwerkern und lassen das Einfahrtstor zu unserem Grundstück verbreitern, damit auch die Zufahrt mit dem etwas größeren Auto einfach und stressfrei möglich ist.
Beim Winelands Marathon am letzten November-Wochenende helfen wir beide mit, Frank morgens als Parkeinweiser … 😉 … und ich bei einer der Verpflegungsstationen.
Am nächsten Tag – nachdem der Cape Town Marathon im Oktober ja leider ausgefallen war – läuft Frank den vorerst letzten Wettkampf, den sogenannten „Helpers Run“. Er schafft die 42 km in 3:38 Stunden (3:45 war sein Ziel, im letzten Jahr waren es noch 3:49) und ist gut zufrieden 😊



